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Wissenschaftliche Studie


Verstehende Zugänge zu Entwicklungssituationen in der Sonderpädagogik
Dissertation von Felix Boller

Verstehende Zugänge zu Entwicklungssituationen in der Sonderpädagogik.
Darstellung anhand einer ethnographisch-biographischen Langzeitstudie und

system-ökologischer Betrachtung
Dissertation

Protokolle einer Biographie
Datenmaterial

Abstract
Die vorliegende Arbeit wurde von der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich im Sommersemester 2002 auf Antrag von Professor Dr. W. Schley als Dissertation angenommen. Es handelt sich dabei um eine ethnographisch-biographische Langzeitstudie über einen in seiner Entwicklung beeinträchtigten Menschen, und den Versuch, seine nicht gelingende Sozialisation verstehbar zu machen.

In der jahrelangen Begleitung eines jungen Menschen, bei dem die Sozialisation nicht in der erwarteten Dimension gelingen wollte, sind umfangreiche biographische Aufzeichnungen in Form von Tagebüchern, protokollierten Beobachtungen, Gesprächsprotokollen, Reflexionen und Briefen entstanden. Sie stellen die dichte Beschreibung eines Lebensverlaufes in der Kombination von Innen- und Aussenperspektive dar und umfassen eine Zeitspanne von mehr als zwanzig Jahren. Es handelt sich dabei um die kontinuierliche und ungebrochene Beschreibung des Lebens eines heranwachsenden, von Verwahrlosung bedrohten und in seiner Entwicklung beeinträchtigten Menschen, und stellt so die Chance dar, die Entwicklung eines Menschen in der wohl einmaligen Länge ihrer zeitlichen Dimension darzustellen und aufzubereiten.
Die Arbeit gibt über eine wissenschaftliche Gesamtbetrachtung Einblick in das Leben eines jungen Menschen und eröffnet verstehende Zugänge zu dessen Leben und Erleben. Zu diesem Zweck wird eine Methode entwickelt, die, bezogen auch auf andere Lebensverläufe, konkrete Aussagen über die Entwicklungssituation und den Unterstützungsbedarf in der Praxis ermöglicht.
Dazu wird der systemökologische Ansatz herbeigezogen, indem das biographische Material einer Analyse der Lebenswelten und Mikrosysteme unterzogen wird und die dabei entstandenen Resultate in der Form von Ecomaps aufbereitet werden.
Was am Anfang in der Form einer konzept- und "sinnlos" wirkenden Beschreibung eines Lebensverlaufes daherkommt, erscheint in den strukturierenden Ecomaps als klärende und sinngebende Aussagen über die beschriebene Sozialisation, die Wesentliches zu deren Verstehen beitragen können.
So stellt die Studie eine Möglichkeit dar, lebensweltliche Zusammenhänge und Prozesse einer Entwicklung sowie gewisse Verhaltensmuster sichtbar und damit den Prozess einer nicht gelingenden Sozialisation besser verstehbar zu machen.

Die vorliegende Arbeit wurde bereits mehrmals für die Lehre verwendet und es besteht die Absicht, sie auch weiter für Lehre und Forschungsarbeit zu nutzen. So kam sie im Studium der Sonder-, Heil- und Sozialpädagogik (Universität Zürich, Fachhochschulen und höhere Fachschulen) zur Anwendung.

Die Studie besteht aus zwei Teilen:
Das Datenmaterial "Protokolle einer Biographie"
Der Wissenschaftliche Teil, der die oben erwähnte Analyse beinhaltet


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